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Neurodermitis: Was hilft wirklich?

Pillen, Diätpläne, Cremes und vieles mehr: Für die Behandlung von Neurodermitis stehen vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung. Doch Betroffene sollten nicht unbedingt allen Empfehlungen Folge leisten. Welche Behandlungen wirklich sinnvoll sind und helfen, zeigt Ihnen die folgende Übersicht.

Kortikoid-Salben gegen Neurodermitis: Die Proaktive Therapie

Wer als Patient häufig unter Schüben bei Neurodermitis leidet, greift oft gerne zu Kortikoid-Salben oder -Cremes. Dauerhaft kann eine Anwendung mit diesen Substanzen jedoch die Haut schädigen. Damit den Schüben vorgebeugt werden kann und umso gleichzeitig auch den Verbrauch an Kortikoid langfristig zu senken, werden solche Entzündungshemmer in der Regel nur vorbeugend und in niedriger Dosis angewendet – per sogenannter proaktiven Therapie. Dahinter steckt folgende Idee: Auch wenn das Ekzem bereits verschwunden ist, wird die Salbe noch weiterhin zweimal pro Woche über einen Zeitraum von drei Monaten dünn aufgetragen. Denn auch wenn die Entzündung bereits für das Auge abgestorben ist, bleibt eine kleine Rest-Entzündung übrig. Diese kann sich wieder zu einer schlimmeren Neurodermitis entwickeln, insofern die Behandlung einfach abgebrochen wird. Mehrere Studien konnten bereits die Wirksamkeit der proaktiven Therapie belegen. Es wurde festgestellt, dass die Patienten mit deutlich weniger Schüben zu kämpfen hatten und dass auch weniger Wirkstoff nötig ist.

Umstrittene Behandlungsformen: Homöopathie oder Neurodermitis-Diäten

Sogenannte Neurodermitis-Diäten sind vielen Medizinern ein großer Dorn im Auge, denn viele vertreten die Meinung, dass ein Weglassen bestimmter Nahrungsmittel oder Inhaltsstoffe nur zu einer Besserung beitragen können, wenn auch eine Allergie beim Patienten besteht. Insofern es keinerlei eindeutigen Hinweise auf eine Allergieerkrankung geben sollte, tragen solche Einschränkungen nicht zu einer Verbesserung der Neurodermitis bei. Ähnlich sieht die Sache mit homöopathischen Cremes und Salben auf, denn wissenschaftlich betrachtet konnte auch hier keinerlei Wirksamkeit nachgewiesen werden. Im Zweifel schaden solche Produkte wie Aloe Vera & Co. selbstverständlich aber auch nicht.

Neue Wirkstoffe gegen Neurodermitis werden untersucht

Kortisol gilt bereits seit vielen Jahrzehnten als gutes Mittel gegen Neurodermitis und so wurde bisher kaum an besser verträglichen Stoffen geforscht. Derzeit sind jedoch vor allem die sogenannten Biologika weiter in den Fokus der Wissenschaftler gerückt. Die genetisch hergestellten Medikamente sind beispielsweise schon zur Therapie bei Schuppenflechte zugelassen und auch zur Behandlung von Neurodermitis konnte bereits eine vielversprechende Studie abgeschlossen werden. Auch hierzulande wird kräftig weiter geforscht. So verfolgt ein Projekt an der Medizinischen Hochschule in Hannover noch einen weiteren Ansatz: Dort testet man einen Wirkstoff, der augenscheinlich den Histamin-4-Rezeptor blockieren kann, der für den oft unerträglichen Juckreiz der Neurodermitis-Patienten zuständig ist.